3. Tag – Kloster Allerheiligen, Murgtal, Baiersbronn, Freudenstadt bis nach Sulz am Neckar

Die Nacht haben wir ohne Landstrom verbracht. Es sollte ein Test sein, weil Jürgen nachts ein Atemgerät benötigt. Für den Notfall hätten wir Strom anschliessen können, aber es hat auch nur mit 12V funktioniert. Allerdings war die Aufbaubatterie ziemlich am Ende, die Anzeige leuchtete schon energisch orange und war kurz vor rot. Fazit: im äussersten Notfall bei voller Bordbatterie wäre es möglich, aber bei nur einer Aufbaubatterie und ohne Solar doch sehr riskant. Somit müssen wir wohl oder übel für die restlichen Urlaubstage immer einen Stellplatz mit Stromanschluss aufsuchen – sehr schade! Hinzu kam auch noch, dass das 2019er Modell keine 12V-Steckdose mehr im Schlafbereich hatte und wir eine Verlängerung durch’s ganze Mobil legen mussten.

Nach dem Frühstück sind wir den Weg vom Vortag wieder etwas zurückgefahren. Wir hatten auf dem Hinweg einen Hinweis zur Klosterruine Allerheiligen gesehen und wollten diese nun aufsuchen.

An der Ruine angekommen haben wir uns auf den Weg zu den Wasserfällen gemacht. Es ging die gesamte Zeit durch Wald und entlang des Bachlaufes. Eine sehr schöne und gemütliche Wanderung. Am Wasserfall sind wir allerdings auf dem oberen Weg geblieben. Die Stufen hinunter wären für uns zuviel des Guten und dann auch noch wieder hinauf. So haben wir uns das Schauspiel eine Weile angeschaut und sind dann wieder den gleichen Weg zurück zur Ruine und zum Parkplatz.

Die Klosterruine haben wir gegen Mittag verlassen und sind wieder Richtung B500, Schwarzwaldhochstraße gefahren. Unser nächstes Ziel war der Mummelsee. An diesen See konnte Jürgen sich noch aus Kindheitstagen erinnern, da er mit seiner Familie vor gut 50 Jahren in der Region im Urlaub war. Das Umfeld des Sees hat sich deutlich verändert. Abfertigung a la Massentourismus, Chinakrempel wohin man schaut – nicht wirklich schön! So haben wir uns nur kurz dort aufgehalten.

Weiter ging die Fahrt hinunter ins Murgtal. Entlang der Murg ging es durch Schönmünzach und Schwarzenberg nach Huzenbach. In diesem kleinen Ort war damals die Ferienwohnung am Silberberg. Jürgen hat es natürlich sehr interessiert, ob er dort noch etwas wiedererkennen und vor allem das Haus noch finden würde. So haben wir mit unserem Kasten die 14% Steigung am Silberberg in Angriff genommen. Sehr eng, sehr steil und sehr kurvig – die Automatik kam mal wieder an ihre Grenzen. Auch das Umschalten auf manuelles Schalten hat nicht wirklich geholfen. So sind wir den Berg mehr schlecht als recht hochgekrochen. Auf gut dreiviertel der Strecke kam ein Parkplatz an einem geschlossenen Gasthof, dort haben wir den Kasten abgestellt und sind den Rest zufuss weitergelaufen.

Das Haus haben wir tatsächlich gefunden und es schien nicht grossartig verändert. Den damaligen Eigentümern gehört es allerdings nicht mehr. Jürgen wusste noch von dem Hotel „Zum Schloss“, wo sie seinerzeit häufiger eingekehrt waren. Es lag am Ende des Silberbergs und so sind wir das kurze Stück noch weitergelaufen. Dort wollten wir lecker Kaffeetrinken. Hustekuchen – alles dicht! Es standen zwar jede Menge Tafeln mit Angeboten für Wanderer und Radfahrer, sowie Biergarten vor dem Haus, aber es sah nicht wirklich noch bewirtschaftet aus. Also ohne Kaffee und Kuchen wieder zurück zum Kasten.

Nun also wieder den Berg runter, was auch nicht viel besser war als hoch. Bei den Schaltvorgängen fingen die Getriebebänder wieder an zu stinken. Somit schon am 3. Tag unser Fazit: kein Automatik! Im Flachland und auf Autobahnen ja ganz OK, aber in den Bergen zumindest für uns völlig untauglich.

Wir sind dann weiter nach Baiersbronn gefahren. Irgendwie wollte aber auch hier nichts klappen. Wieder Baustellen mitten in der Stadt, Umleitung um Umleitung, ein Chaos. Deshalb sind wir ohne Stopp weiter nach Freudenstadt gefahren. Hier wollten wir einen Stellplatz für die Nacht ansteuern und Freudenstadt besichtigen. Aber auch hier das gleiche Spiel – Baustellen, Umleitungen und der ausgewiesene Stellplatz ebenfalls ein riesiges Bauloch. Ade – wir fahren weiter.

Gut dann eben Schiltach. Soll sehr schön dort sein und der Stellplatz soll ruhig an einem Bach liegen und auch Stromanschluss haben. Nein! Nichts ging – bei der Einfahrt zum Stellplatz wäre uns fast ein Unglück passiert. Es gibt eine sehr enge, schiefe Rampe wo man fast unweigerlich aufsetzen muss. Den Schalldämpfer hat es wohl erwischt, aber zum Glück ist es noch mal gut gegangen. Der Platz liegt zwar wirklich recht schön, aber Strom? Fehlanzeige! Ein Stromkasten ist zwar vorhanden, aber mittlerweile ohne Funktion. Somit mussten wir auch diesen Platz wieder verlassen und sind letztendlich nach langem Suchen in Sulz am Neckar gelandet.

Der Stellplatz in Sulz befindet sich auf einem Grossparkplatz mitten im Ort an einer Parkanlage. Ver- und Entsorgung, sowie Stromanschlüsse waren vorhanden. Trotz angrenzender Wohnsiedlung und Firmengelände war es aber schön ruhig.

Nach dem doch schon sehr anstrengendem Nachmittag heute und der bereits vorgerückten Stunde haben wir nur noch Abendbrot gegessen und sind schon bald ins Bett geklettert.

Mal sehen, was der nächste Tag so bringt.

LG Isi & Jürgen

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